Eine Kirche bekommt nicht jeden Tag eine neue Orgel. Am 01.11.2022 fand in der Gemeinde Rostock ein solches Ereignis statt; die Firma Kisselbach tauschte die nun fast 30 Jahre alte Johannus-Orgel gegen eine neue aus.
Die Orgel der neuapostolischen Gemeinde Rostock bis 2022 war eine hochwertige digitale Kirchenorgel der Marke Monarke Präludium. Sie wurde 2013 bei dem Kirchenbau neu eingebaut. Die neue Kirche der Gemeinde war mit ihrer guten Akustik und dem versenkbaren Altar bereits von vorneherein mit dem Anspruch einer Konzertkirche angelegt. Da aber früh feststand, dass keine Pfeifenorgel zum Einsatz kommen sollte, fiel die Wahl rasch auf ein Instrument der Firma Johannus mit Hauptsitz in den Niederlanden, dessen Orgeln für sehr gute klangliche und technische Qualität bekannt sind.
Als Standort der Orgel kam nur die kleine Empore infrage. Besonderer Wert wurde auf eine realistische Klangabstrahlung gelegt, die durch den Einbau von 24 Lautsprechern sowie Subwoofer auf den baulich getrennten kleinen Nebenemporen gewährleistet werden konnte. So gelangt der Klang durch zwei verhüllte Schallfenster den Weg in den Sakralraum. Hier fanden auch die Prospektpfeifen der Sauer-Orgel von 1963 aus dem alten Kirchengebäude als stummer Prospekt Verwendung. Die Optik des freistehenden Spieltischs mit ansprechenden Klaviaturen und Holz-Zugregistern ist ebenfalls nicht zu kurz gekommen.
Bei der Disposition und weiteren Ausstattung waren mehrere Dinge zu berücksichtigen. Einerseits soll in einer Konzertkirche die Darstellung anspruchsvoller Orgelliteratur möglichst aller Klangepochen adäquat gelingen; andererseits muss den Organisten für den normalen Gottesdienst trotz der Größe und Vielfältigkeit der Disposition ein ohne Registranten spielfähiges Instrument zur Verfügung stehen. Daher gab es eine Vielzahl von Koppeln und Spielhilfen sowie 17 Fußpistons. Insgesamt verteilten sich 66 Register auf drei Manuale und ein 32töniges konkaves Pedal mit folgender Disposition:
I Hauptwerk (C-c4) II Positiv (C-c4) III Schwellwerk (C-c4) Pedal (C-g1)
Prinzipal 16‘ Geigenprinzipal 8‘ Bordun 16‘ Subbass 32‘
Prinzipal 8‘ Bordun 8‘ Prinzipal 8‘ Prinzipal 16‘
Diapason 8‘ Oktave 4‘ Gedecktflöte 8‘ Subbass 16‘
Hohlflöte 8‘ Nachthorn 4‘ Flûte Harmonique 8‘ Echo Bordun 16‘
Flöte Coelestis 8‘ Quinte 2 2/3’ Viola di Gamba 8‘ Octavbass 8‘
Gamba 8‘ Oktave 2‘ Vox Coelestis 8‘ Violon 8‘
Oktave 4‘ Spitzflöte 2‘ Oktave 4‘ Gedeckt 8‘
Offenflöte 4‘ Piccolo 1‘ Rohrflöte 4‘ Choralbass 4‘
Salizional 4‘ Mixtur IV Gemshorn 4‘ Bassflöte 4‘
Quinte 2 2/3’ Sesquialter III Quintflöte 2 2/3‘ Mixtur III
Superoktave 2’ Krummhorn 8‘ Oktave 2’ Bombarde 32‘
Blockflöte 2’ Festivaltrompete 8‘ Waldflöte 2’ Posaune 16‘
Larigot 1 1/3’ Tremulant Terz 1 3/5‘ Trompete 8‘
Mixtur V-VII Nassat 1 1/3‘ Klarine 4‘
Scharff III-V Sifflöte 1‘
Kornett IV Rauschpfeife IV-VI
Kontratrompete 16‘ Zimbel III
Trompete 8‘ Fagott 16‘
Oboe 8‘ Dulzian 8‘
Tremulant Vox Humana 8‘
Schalmey 4‘
Tremulant
Koppeln
II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
Superoktavkoppel: I, II, III
Suboktavkoppel: I, II, III
Cantus firmus II/I, Manualbass P/I
Spielhilfen
Feste Kombination: pp, p, mf, f, ff, Tutti
250x8fache Setzeranlage
Schweller: I/P, II, III, Registercrescendo
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